Veröffentlicht in Allgemein, Medizinisch

Es ist Krebs, es ist kein Krebs, es ist… – Ab wann ist es Brustkrebs?

Zuerst einmal: Gutartige Geschwüre, Zysten oder Abszesse sind kein Brustkrebs.

Wenn ihr wissen wollt, wie Krebszellen genau entstehen, ist hier eine gute Erklärung dazu.

DCIS = Ductal carcinoma in situ (duktales Karzinom an Ort und Stelle) oder auch duktales Mammakarzinom nicht invasiv (nicht streuend). Duktal bedeutet lediglich, dass der Krebs von den Milchgängen ausgeht. Wir haben es hier mit abnormalen Zellen innerhalb der Milchgänge zu tun haben. Es ist die früheste entdeckbare Form von Brustkrebs – bösartige Tumore. Sie ist auf die Milchgänge beschränkt und (noch) nicht streuend. Gehen die veränderten Zellen von den Drüsenläppchen aus, wird es lobuläres Karzinom (LC bzw. LCIS) genannt.

Ob und wie schnell ein DCIS invasiv wird und streut ist nicht zu sagen. Eine Einteilung, die der Pathologe bei der Stanz- oder Vakuumsaugbiopsie vornimmt, wird zwischen G1, G2 und G3 gemacht. G1 und G2 wächst langsamer als G3. Je höher der Grad, desto weniger ähneln die veränderten Zellen gesunden Zellen. Bei Grad 1 und 2 wird davon ausgegangen, dass ein erneutes Auftreten nach Entfernung eines DCIS frühestens nach 5 Jahren erfolgt. Bei Grad 3 innerhalb von 5 Jahren. Kann, muss aber nicht. Je höher das Grading und die Fläche desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs schon an einer oder einigen Stellen des Milchgangs invasiv/ausgetreten/streuend ist (kann erst der histologische Befund nach einer Biopsie bzw. OP zeigen!). Je höher das Grading, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs bei Wiederauftreten invasiv ist.

Wenn DCIS streut, also invasiv ist, spricht man nicht mehr von DCIS, sondern IDC.

IDC = Invasive ductal carcinoma (invasives duktales Karzinom) oder auch Mammakarzinom invasiv (streuend). Das bedeutet, dass wir es hier mit abnormalen Zellen nicht mehr nur innerhalb der Milchgänge zu tun haben. Die bösartigen Zellen sind also schon in das umliegende Gewebe gebrochen. Das lässt sich nicht immer durch eine Biopsie feststellen, sondern oft erst nach der OP durch eine aufwendige histologische Untersuchung des entnommenen Gewebes.

Brustkrebs = medizinisch: Mammakarzinom und umfasst DCIS und IDC. An Brustkrebs sterben mehr Frauen als an irgendeiner anderen Krebserkrankung. Als Brustkrebs werden dann auch Metastasen bezeichnet, die in Leber, Lunge, Gehirn und Knochen gefunden werden.


Gut zu wissen, gut darüber nachzudenken:

  • In den meisten Fällen entwickelt sich Brustkrebs (Mammakarzinom, DCIS, IDC), also bösartige Tumore aus den Zellen der Milchgänge. Selten aus den Zellen der Drüsenläppchen. Dann wird er LCIS genannt. Auch seltenere Mischformen sind möglich.
  • DCIS (Ductal carcinoma in situ) ist Krebs, auch wenn die Fachleute lieber offiziell von einer Vorstufe sprechen, weil es ja noch nicht gestreut hat. Das ist vor allem so, da seit der Einführung der Mammographie extrem viele Mikrokalk/DCIS entdeckt werden – ca. 25 %. Es ist also die Art der Mediziner keine Panik zu machen, statt ordentlich aufzuklären. Dazu kommt leider, dass es nach der Biopsie oder/und der OP auch zur Diagnose „invasive Stellen“ kommen kann und die Diagnose von DCIS in IDC gewandelt wird.  Allein, dass in Brustzentren nicht mehr von DCIS sondern nur noch von Mammakarzinom/Tumor die Rede ist, sollte als Beweis ausreichen.
  • Aber ganz sicher könnt ihr sein, wenn euch der nummerierte Nachsorgekalender in die Hand gedrückt wird. Und das passiert immer – egal ob invasiv oder nicht. Und es ist ja auch logisch. Eine Schwangere erhält ja auch den Mutterpass obwohl sie genau genommen noch keine Mutter ist – weil da nämlich schon „was“ ist. Eben wie beim Krebs, nur das es da nicht um eine so schöne Angelegenheit geht – aber hey! Positiv denken!
  • Die Brust wird medizinisch in Quadranten eingeteilt. Ca. 50 % aller Karzinome entstehen im oberen äußeren Quadranten.
  • Ärzte unterscheiden grundsätzlich zwischen einem invasiven und einem nicht invasiven Mammakarzinom. Beim invasiven Mammakarzinom siedeln Krebszellen bereits im umliegenden Gewebe und können über Lymphknoten und Blutbahnen in anderen Körperregionen Metastasen bilden oder schon gebildet haben. Häufig streut Brustkrebs in Knochen, Lunge, Leber und Gehirn. Im Fall einer Metasierung ist eine Heilung ausgeschlossen.
  • Daher ist es eigentlich unverantwortlich bei der Mammographie entdeckten Mikrokalk (DCIS) nur zu beobachten, statt ihn sofort zu entfernen. Patientinnen sollten darauf bestehen! Durch die Mammographie kann nämlich nicht belegt werden, ob und wann ein DCIS invasiv (IDC) ist oder wird. Selbst die Biopsie ist hierbei nur ein Anhaltspunkt.  
  • Zu bedenken gilt auch der Nutzen bzw. Schaden (evtl. Verteilung von Zellen) einer Stanz- oder Vakuumsaugbiopsie.
  • Vergleichsweise seltener ist die Brustkrebserkrankung in Afrika und Asien zu finden. Ich werde mich für euch da mal umschauen…
  • In den westlichen Ländern sinkt die Sterberate. Ob das wirklich so ist, oder mit der 5-Jahres-Überlebensrate – also Stastistiken und den besser abgestimmten Lebenserhaltenen Giften wie bei der Chemo zusammenhängt, müsste man ergründen/recherchieren und vielleicht mache ich das mal für euch. Allerdings steigt die Brustkrebsrate derzeit bei jungen Frauen in den USA ohne dass es dafür eine Erklärung gäbe – also keine offizielle.
  • Diskutierte, auslösende Faktoren für Brustkrebs wie Linkshändigkeit, scheinen nicht zielführend und helfen den erkrankten Frauen nicht. Forschungen dazu verschlingen Unsummen, die woanders besser eingesetzt werden könnten.
  • Es gibt keinen schweren und leichten Krebs! Es gibt Krebs im Anfangsstadium und im fortgeschrittenen Stadium. Zu behaupten, dass Krebs geheilt werden kann, halte ich für gewagt. Die Frage ist hierbei, ob es einen Arzt gibt, der das Garantieren würde und auch garantieren würde, dass keine weiteren abnormalen Zellen im Körper vorhanden sind? Ich schätze mal zu 99,9% dass hier ein „Nein“ käme…
  • Es gibt erbliche Veranlagungen, die jedoch prozentual selten sind (5 – 10 %).
  • Das medizinische Vorgehen basiert meist aus Erfahrungen aus Studien. Es folgt der weltweit akzeptierten S3-Leitlinie, die von verschiedenen Gruppen im Konsens beschlossen wird.
  • Das Ziel die Sterblichkeit (Mortalität) zu senken, bedeutet in der Medizin für den Brustkrebs immer noch die 5 Jahres Rate. Aber bei Brustkrebs gibt es gar keine 5 Jahres Rate. Der Krebs kann immer wieder kommen. (Breast Cancer Action vom Aug. 2013 im Journal of the National Cancer Institute).
  • Dafür werden folgende Behandlungen gemacht: Operationen, Strahlen- oder/und Hormontherapien, Chemotherapien.
  • Daher sollten Patienten sich eindringlich mit den Langzeitfolgen der empfohlenen Therapien auseinandersetzen (z.B. Herzkrankheiten, Zweittumor und strahlenbedingte Knochenbrüche, Demenz, Schädigung des Rückenmarks, Schmerzen durch Lymphödeme und psychische Langzeitfolgen) und mit Alternativen, die nicht von der Schulmedizin empfohlen bzw. angewendet werden. Aber Achtung vor Scharlatanen.
  • Die Brustdichte wird bei der Mammographie in vier Stufen gemessen. Stufe 1 und 2 bedeutet, dass das Brustgewebe nicht sehr fest ist. 3 und 4 bedeutet festes Gewebe und bedeutet auch, dass Tumore bei einer Mammographie weniger gut entdeckt werden können. Hier hilft das MRT, aber da dies teuer ist, wird es selten bei Kassenpatienten gemacht. Dadurch werden aber viele Veränderungen zu spät entdeckt und ziehen teure, aufwendige und belastende Behandlungen nach sich, die nicht mehr lebensrettend sind.
  • Immer öfter hört man von Übertherapie wegen der Frühentdeckung bei Mammographien, da auch Frauen mit harmlosen Veränderungen in „Angst und Schrecken“ versetzt werden. Ach gottele! Wie schlimm! Fragen wir mal die, die eine Krebsdiagnose erhalten haben und heilfroh sind, dass sie (erstmal) nur mit wenigen Maßnahmen davonkamen.