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„Zur Bestrahlung bitte.“ – Tumorkonferenz

Durch unseren Umzug nach Singapur und der fürchterlichen Klinik in Kaufbeuren (oder nicht nur da?) dauerte es also ziemlich lange, bis die Ergebnisse der histologischen Untersuchung und die darauf basierenden Empfehlung der Tumorkonferenz vorlagen. 

Bevor ich dazu komme, möchte ich euch ein paar meiner anfänglichen Gedanken zu dem Thema interdisziplinäre Tumorkonferenz mitteilen. Anschließend habe ich recherchiert und dieses Ergebnis könnt ihr weiter unten lesen. 

  • Wer sitzt eigentlich alles in einer Tumorkonferenz?
  • Wie muss ich mir das vorstellen? Wie ein Treffen einiger Ärzte zum Kaffee, die nach den S3-Leitlinien ohnehin „vorherbestimmte“ Empfehlungen aussprechen?
  • Also, denen der individuelle Patient ohnehin egal ist. Hier wird NUR für diese eine Krankheit und dem Ergebnis der Pathologie eine Empfehlung ausgesprochen? Alles drumherum, was einen Menschen ausmacht, ist irrelevant?
  • Vermutlich wird sich bei der Menge an Patienten auch nicht wirklich viel Zeit genommen – wenige Minuten höchstens. Anderes vermutet man jedoch eigentlich bei dem Wort Konferenz. Doch schon der logische Verstand sagt mir, dass sollte ich nicht so wörtlich nehmen. Denn Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen, die sich einmal wöchentlich treffen, tun das wohl kaum den gesamten Tag… 

Und leider ergaben meine Recherchen, dass hier wirklich mehr „geklotzt“ wird. Sprich: Was Gold glänzt, muss nicht echt sein oder noch klarer: Alles ziemlich wichtig aufgebauscht.

Zuerst einmal die Definition des Begriffes: Ein Tumorboard (auch: die Tumorkonferenz) bietet einen Ansatz der Behandlungsplanung bei bösartigen Erkrankungen, bei dem eine Reihe von Ärzten, die Experten in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen sind, den medizinischen Zustand und die Behandlungsmöglichkeiten eines Patienten prüfen und diskutieren. Die Fachrichtung der Teilnehmer eines Tumorboards richten sich nach der jeweiligen Erkrankung. Regelmäßig vertreten sind dabei Onkologen, chirurgisch tätige Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen (Chirurgie, Dermatologie, Gynäkologie, Senologie, Urologie), sowie Radiologen, Strahlentherapeuten und Pathologen. Das Ergebnis der Beurteilung und Behandlungsplanung wird auch als interdisziplinäre Meinung bezeichnet. Das interdisziplinäre Festlegen von Behandlungsstrategien und spätere Rückmeldungen über die Krankheitsverläufe haben neben dem Nutzen für die Patienten auch einen Fort- und Weiterbildungseffekt für die beteiligten Ärzte. (Wikipedia)

Davon mal abgesehen, dass die Meinung und Wünsche des Patienten in diesem Text nicht vorkommen und dieser selbstverständlich auch nicht anwesend ist. Findet ihr es nicht eigenartig, dass sich eine Reihe von Menschen zusammensetzen und über eure Gesundheit und was mit euch gemacht wird, über euren Kopf hinweg  entscheiden? Etwas anderes ist es nämlich nicht. Das Ergebnis bekommt ihr anschließend präsentiert und weil die wenigsten Patienten gleichzeitig Mediziner sind, glaubt man dann den „Halbgöttern“; Meist aus Angst man wäre sonst morgen tot. 

Positiv ist, dass diese Tumorkonferenzen in der Tat von den verschiedensten Fachrichtungen besucht werden. Häufig finden sie einmal die Woche statt und dann werden schon mal rund 450 Fälle besprochen (je nach Größe des Krebszentrums). Allerdings dauern diese Besprechungen nur zwischen 30 Minuten und ca. 1,5 Stunden – für alle Fälle! Das wären im Durchschnitt immerhin 4 Sekunden pro Fall und einer Konferenzdauer von 30 Minuten. Ich überlege gerade, wieviel ich in 4 Sekunden erzählen/schreiben kann. Ach, und das habe ich mir nicht ausgedacht. Die Zahlen sind vom Tumorzentrum Augsburg

Ja, und hier wird auch ersichtlich worum es den Medizinern und Kliniken überhaupt geht: Um den „Outcome“ – oder auf Deutsch: „Was kommt hinten raus“ bzw. was hat der Arzt/Klinik davon? 😉

Im internationalen medizinischen Sprachgebrauch auch:
Ergebnis, das durch eine präventive Maßnahme oder
medizinische Therapie erzielt wird.
 
Typische Zielgrößen in der Onkologie:
 
  • Rezidivfreie Zeit (kein weiteres Auftreten z.B. eines DCIS)
  • (tumorspezifische) Überlebenszeit

Merkst Du was? Du oder ich kommen hierbei schon wieder nicht vor. Also nicht, wie wir uns dabei fühlen, was all das mit uns macht, welche Nebenwirkungen uns beeinträchtigen usw. Davon mal abgesehen, dass es nicht unüblich ist, dass die Patienten mit Nummern statt Namen besprochen werden, was aber nur für uns Patienten komisch anmutet denn wenn mich der einzelne Mensch nicht interessiert, spielt der Name oder seine Geschichte auch keine Rolle. Empathie? Fehlanzeige! Maximal geheuchelt oder wie der Fachmann sagt: Gelernt empathisch zu scheinen. 


Du ahnst es sicher schon, in meinem Ergebnis der Tumorkonferenz stand natürlich als Empfehlung Bestrahlung. Macht ja Sinn, weil die Alternative mit der Hormontherapie konnte ja nicht empfohlen werden, da meine entarteten Zellen nicht hormonabhängig waren. Bleibt also nur noch Bestrahlung nach den S3-Leitlinien. Nun ist es jedoch so, dass bei einem Wiederauftreten, also einem Rezidiv keine Bestrahlung gemacht werden kann, wenn zuvor die Brust schon bestrahlt wurde. Aber das war nicht mein Hauptargument um mich dagegen zu entscheiden. Die Nebenwirkungen sind immens und reduzieren für eine Zeit die Lebensqualität. Manche Schäden bleiben dauerhaft. Dazu kommt, dass die Strahlen wiederum Krebs verursachen können. 

Zum Glück hatte ich hier in Singapur im Raffles Hospital eine sehr gute Onkologin. Sie zeigte mir für meinen Fall das Risiko eines Rezidivs auf. Mit einer Bestrahlung könnte ich also das Risiko von 2% auf 1% senken. Aber vermutlich das Risiko Krebs durch die Bestrahlung auszulösen um 5 % steigern 😉

Die Vorgehensweise sieht jetzt erstmal wie folgt aus:

  • alle drei Monate Tastuntersuchung
  • alle sechs Monate Ultraschall
  • einmal jährlich Mammographie und allgemeine Krebsvorsorge

 

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Berechne Dein persönliches Brustkrebs RISIKO

JEP! Die gibt es und zwar jede Menge. In der Grafik sind aber nur einige davon aufgeführt.  Manche davon kannst Du beeinflussen und manchen bist Du scheinbar hilflos ausgeliefert. Ob das wirklich so ist oder nicht, entscheidest Du am Ende allein.

Wie funktioniert das eigentlich mit den Risikogruppen? Wie werden sie gefunden? Stell Dir vor, ich würde eine bestimmte Menge an Brustkrebs erkrankten Frauen fragen, ob sie schon einmal mit einem Flugzeug in den Urlaub geflogen sind, weil ich vermute, dass dies ein Auslöser für Krebs sein kann. Jetzt nehme ich die Antworten und schaue sie mir an. Wenn viele Frauen schon geflogen sind, ist die Wahrscheinlichkeit am Ende höher an Krebs zu erkranken – zumindest behaupte ich das. Ob es wirklich so ist, kann ich nicht sagen. Es ist eine mögliche Ursache, keine Tatsache. Genauso gut könnte ich erfragen, wie oft die Frauen sich die Haare kämmen oder in den Spiegel schauen…

Allerdings gibt es auch Risiken, die durch wissenschaftliche Versuche z.B. an Mäusen bestätigt wurden. Das Rauchen zum Beispiel. Dabei auch interessant, dass ein Joint/Cannabis bis zu 20 mal schädlicher ist als eine Zigarette. 

Ich stelle euch erstmal fünf Risiko-Gruppen vor, die Wissenschaftler aus Studien gebildet haben:

  • Lebensalter
  • Risiko Gene
  • Lebensstil
  • Umwelt
  • Hormone

Lebensalter – Wenn Du über 50 bist, dann hast Du Pech. Denn damit gehörst Du zu der Gruppe, die am häufigsten an Brustkrebs erkrankt. Eine Prozentzahl habe ich jetzt nicht, aber jedes Jahr erkranken in Deutschland ca. 72.000 Frauen daran. Unter 50 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit nur bei 18 % – also so jede 5 Frau oder bezieht sich die Prozentzahl auch auf Männer?

Ich denke, dieses Risiko ist kompletter Quatsch, denn Frauen werden in der Regel erst ab 50 zum Mammographie Programm eingeladen. Das heißt also nicht, dass nicht vorher schon was da war. Außerdem gehen nicht alle Frauen zur Vorsorge.

Risiko Gene – eine meiner Lieblingsrisiken. Das Risiko liegt bei 5 % – 10 %, dass Brustkrebserkrankte genetisch belastet sind. Das kann man mit einem Bluttest feststellen lassen und das zahlen die Krankenkassen, wenn in der Familie schon Fälle von Brustkrebs oder/und Eierstockkrebs vorgekommen sind. Also, das bedeutet, dass über 90 % aller Brustkrebserkrankten „spontan“ Krebs bekommen haben. Damit stellt sich auch die Frage, ob die Gengeschichte auf Dauer haltbar ist, wenn man sich die Lebensumstände der älteren und alten Patienten mal genauer ansehen würde (Pille, Hormone in den Wechseljahren, Alkohol, Nikotin, wenig Bewegung, Ernährung, Übergewicht, Umweltgifte wie Asbest usw.). Dazu kommt, dass es sich um ein Risiko handelt und nicht gesagt ist, dass es eintrifft. 

Lebensstil – Es ist nicht neu, dass wir mehr für unsere Gesundheit tun sollten. Vermutlich auch deshalb, weil unsere Umweltbelastung immer schlechter wird und das Risiko schon deshalb erhöht. Also mehr Sport bzw. Bewegung und das täglich und nicht nur ab und an. Das bestätigen immer mehr Studien. Dazu viel Obst und Gemüse und vollwertige Kohlehydrate wie sie z.B. in Vollkornbrot stecken. Rotes Fleisch lieber meiden und dafür Fisch und Huhn. Oder gleich vegetarisch und das Eiweiß mit Hülsenfrüchten usw. ersetzen. Alkohol, Nikotin, Medikamente und Übergewicht katapultieren Dich gleich mal nach ob an die Risikoliste. Auch die Psyche spielt eine große Rolle, aber noch nicht wirklich für die Mediziner. Hier sollten wir Frauen viel achtsamer mit uns selbst umgehen. Wer zufrieden ist, greift weniger zu Süßem oder Alkohol usw., hat mehr Lust auf Bewegung und dadurch funktioniert die körpereigene Abwehr wesentlich besser. 

Umweltbelastung – Dieser Punkt wird von den Fachleuten vernachlässigt und spielt keine Rolle. Warum? Ich denke, weil man damit nichts verdienen kann. Das kostet nur, also es zu beheben bzw. zu ändern. Denken wir mal wieder an das Asbest und dann an Tschernobyl, Fukushima, Glyphosate, Feinstaub, Schwermetalle, Hormone- und Antibiotika, Pestizide, Farb- und Aromastoffe, Mikroplastik usw. Dazu kommt die Belastung des Röntgen und Bestrahlen – wenn ihr mehr dazu wissen wollt, lest meinen letzten Roman (Die Zifferblattmalerin).

Hormone – und das ist das lustigste Risiko (Ironie), weil es praktisch aussagt, dass Du eben Pech hast, wenn Du als Frau geboren wurdest. Die Hormone haben nämlich in jedem Lebensalter und -phase irgendeinen Einfluss, der Dein Krebsrisiko angeblich erhöht. Wann hast Du Deine Periode das erste Mal bekommen? Wann das letzte Mal? Wie viel Kinder geboren, und in welchem Lebensalter, hast Du gestillt? Wenn ja wie lange? Wann haben Deine Wechseljahre angefangen, wie lange haben sie gedauert? Und so weiter…

Für mich sind diese Risiken nichts weiter als Zufälle. Zufälle deshalb, da die meisten Patienten Frauen sind und es daher ganz normal ist, dass diese Faktoren überhaupt erstmal vorhanden sind. Diese Daten zu sammeln und daraus eine Risikowahrscheinlichkeit zu kreieren mutet wie das werfen einer Münze an. 

Berechne Dein eigenes Risiko:

Ich hänge Dir die Grafik von oben hier noch einmal an. Sie ist nur ein Beispiel. Für manche Risikofaktoren gibt es Wahrscheinlichkeiten in Prozent, für andere nicht. Manches kannst Du auch nicht beeinflussen, wie Dein Alter zum Beispiel. Aber das spielt auch nicht wirklich eine Rolle. Wichtig ist, dass Du für Dich selbst Faktoren in Deinem Leben ansiehst die nicht gut sind und sie dann einschätzt. Zum Beispiel findest Du, dass Du psychisch belastet bist – vielleicht durch ein Kindheitstrauma… Versuche eine Einschätzung zu machen, wie sehr dies Deinen Alltag, Dein Leben beeinflusst und gib dem eine Prozentzahl. Und so machst Du weiter. Menschen die in höheren Lagen wohnen sind z.B. mehr natürlicher Strahlung ausgesetzt als Menschen nahe der Wasserkante. In Großstädten muss die Prozentzahl höher sein, als am Land. usw.

Am Ende siehst Du wie hier am Beispiel ganz genau um welche Dinge Du Dich dringend kümmern musst, bzw. die Du lieber in Zukunft lassen solltest. Ob das Krebs wirklich verhindert, kann Dir niemand sagen, aber auf jeden Fall lebst Du bewusster und vermutlich auch zufriedener. Denn die Ursachen für Krebs an sich sind nicht klar, es sind nur Vermutungen auf Grund von Statistiken bzw. Versuchen im Labor. 

Fiktive Grafik!
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Brustkrebs Runde 1: Lebensqualität vs Lebensquantität

Krebs an sich, also abnorme Zellen kann praktisch jeder in sich tragen. Du auch schon, während Du das hier liest. Abnorme Zellen fallen oft erst später als Knoten o.ä. auf, bei manchen wachsen sie so langsam, dass sie bis zum Tod keine weiteren Probleme machen.

Brustkrebs fällt dank der Mammographie heute oft schon ganz bald auf. Als sog. Mikrokalk und wenn Du Glück hast, ist dieser noch begrenzt und streut nicht. Allerdings gibt es 3 unterschiedliche Grade. Je höher der Grad, desto schneller und bösartiger die Zellen. Bei schnell wachsenden Zellen (wie bei mir G3), besteht die Gefahr, dass er über die Blutbahnen in Leber, Gehirn, Lunge und/oder Knochen streut oder schon gestreut hat. Das nennt man dann invasiv. 

Jeder Brustkrebs ist anders. Die Gemeinsamkeit ist oft nur der Aufenthaltsort. Jeder Brustkrebs muss also genau betrachtet werden und auch die äußeren Umstände bzw. die Ganzheitlichkeit müssten mehr berücksichtigt werden – da ist noch viel Platz nach oben. Es gibt laut Fachleuten keine Standardtherapie und damit ist kaum ein Brustkrebsschicksal mit einem anderen vergleichbar. Was aber immer gleich ist, ist die Strategie zur Krebsbekämpfung:

  1. Entfernen, was geht.
  2. Was nicht entfernt werden kann, abtöten.
  3. Was nicht getötet werden kann, am Ausbreiten hindern.

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber das hört sich wie eine Strategie eines Generals im Krieg an. Ärzte versuchen den Krebs also entweder auszuheilen (kurativ behandeln), was Jahre in Anspruch nehmen kann oder, wenn es schon zu spät ist, den Krebs zumindest zurückzudrängen (palliativ behandeln), ihn eine Weile am Wachsen zu hindern. Das kann auch Jahre dauern. So wird der Patient oft kurativ behandelt bis nichts mehr geht und dann geht das nahtlos in palliativ über. Manche wissen fast bis zum Schluss nicht, dass es keine Heilung mehr gibt.

In beiden Fällen bedeutet das unter Umständen mehrere OPs und/oder Strahlentherapien, Medikamente, Chemos und Medikamente gegen die Nebenwirkungen. Und da habt ihr auch schon den Widerspruch. Auf der einen Seite gibt es also keine Standardtherapie und die Behandlungen sollen individuell auf den Patienten abgestimmt werden und auf der anderen Seite gibt es eine Strategie, nach der vorgegangen wird. Na was denn nun?


Kompletter Artikel auf der Internetseite der deutschen Krebsgesellschaft.

Durch die Diagnose nach der Vakuumsaugbiopsie DCIS G3 wurde ich also mit 52 Jahren in eine Ausnahmesituation katapultiert, die sich niemand anmaßen sollte zu verstehen – auch kein Arzt! Das schlimmste sind dämliche Phrasen, wie „Das wird schon wieder“, „Ist doch nur Anfangsstadium“ oder später: „Sei froh, hat noch nicht gestreut“. Ganz hilfreich auch Aussagen wie „Lass rausschneiden und gut ist“. 

Es ist eben nicht gut. Und dies sollte es bei niemandem sein – völlig unabhängig ob mit Krebs oder irgendeiner anderen schlimmen Diagnose und auch nicht bei Menschen die meinen, alles sei bei ihnen in Ordnung und daher müsse man nichts am eigenen Leben ändern…

 Was ist mir wichtig im Leben? Will ich die Verantwortung für mein Leben tragen oder möchte ich das anderen (z.B. Ärzten) überlassen? Ich musste mich auch mit der Frage auseinandersetzen, ob z.B. 3 Jahre hochwertige Lebensqualität schlechter sind als 5 Jahre Leben mit Nebenwirkungen.

Für mich war aber schnell klar, dass ich wenn, dann an Krebs sterben werde und nicht an den Begleiterscheinungen irgendwelcher Therapien. Krebszellen können z.B. NUR während der Teilung durch  Chemo vernichtet werden. Leider teilen sie sich öfter, als Chemo verabreicht werden kann, denn sonst würde die Chemo uns sofort umbringen. Dazu kommen extreme Vergiftungserscheinungen und damit zusammenhängende Nebenwirkungen, die extrem schmerzhaft sind und deren Auswirkungen die Lebensqualität auf sehr niedriges Niveau fallen lässt. Die Frage, ob es hier einen wirklichen Nutzen gibt durch eine wirklich längere Lebenserwartung oder nicht, kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Für manche ist es die Rettung um vielleicht ein paar Jahre noch die eigenen Kinder aufwachsen sehen zu können, für andere hilft es nicht mal im entferntesten an die 5 Jahresgrenze heranzureichen. Es gibt keine Garantien.

Niemand kann also sagen, wann er sterben wird – die mit Krebs nicht, und die ohne auch nicht. Und glaubt mir, ich habe 5 Jahre Eierstockkrebsleiden meiner Mutter hinter mir, ich war überzeugt zu wissen, was wirklich vor sich geht. Himmel! War ich dumm! Der Vorteil für mich ist jetzt aber, ich sehe anders. Wenn man einmal das Vakuum zwischen „noch leben, aber nicht mehr dazugehören“ am eigenen Leib gespürt hat, ist nichts mehr wie es war. Und vieles spielt keine Rolle mehr. Nicht der Konsum, nicht irgendwelche Empfindlichkeiten anderer Menschen und nicht mal die Arbeit, die ich üblicherweise mache. 

Wie es dazu kam? Von der Entdeckung des Mikrokalks auf der Mammographie bis zum Ergebnis nach der OP durch den Pathologen vergingen bei mir insgesamt 3 Monate.  Drei Monate Ungewissheit und fehlende Aufklärung mit viel Salamitaktik und einer mangelhaften Klinik, aber auch drei Monate Zeit mich zu informieren, mir ein eigenes Bild zu machen und drei Monate Zeit, mir zu überlegen, was ICH eigentlich will – im Fall der Fälle. Und das hieß konkret:

Wie will ich sterben und wie will ich bis dahin leben?

Eine Frage, die wir uns eigentlich alle stellen sollten, aber Aktuell wird es leider meist erst, wenn wir Angst um unser Leben haben.  Ziemlich schnell war mir jedoch klar, dass Krebs auch eine ganzheitliche Angelegenheit ist. Also medizinisch, psychisch und der Lebensstil. Einfach nur was rausschneiden wird mir also nicht helfen. Das schien mir logisch, zumal das reine Behandeln des Krebses nicht wirklich erfolgsversprechend zu sein scheint. Zumindest wenn man sich die Statistiken und Studien einmal genauer ansieht.  

Ca. 88 Prozent der Patientinnen sind fünf Jahre nach der Brustkrebs-Diagnose noch am Leben.“ So die freudige Aussage der Statistiker, Mediziner und der verantwortlichen der Krebsforschung.  Hier ist natürlich invasiver (streuender) Krebs gemeint. Zum einen zeigt diese Aussage, dass niemand die 12 % der Frauen vor ihrem Tod, nach ihrer Meinung zur Überlebensrate gefragt hat und zum anderen, was sagen 88 % der derzeit lebenden Patientinnen dazu, dass sie mal gerade 5 Jahre hatten und der Rest ziemlich ungewiss sein kann/wird. Denn hier ist auch ungefähr die Grenze, an der der Krebs wiederkommt, sich massiv ausbreitet oder Frauen daran sterben. Wen die Medizin aber bis dahin am Leben erhalten kann, gilt als erfolgreich behandelt – also in der Statistik.

Dazu kommt, dass es hierbei nicht um das „WIE bleibt man am Leben“ geht, also nicht um die Lebensqualität, auch wenn das gerne so propagiert wird. Es geht eben nur um statistische Größen und genau in diese Mühlen gerät jede Frau mit DCIS / Brustkrebs hinein. Der Mensch an sich wird zu einem Forschungs- und Studienobjekt. Im Übrigen haben die Wissenschaftler und Mediziner keine Ahnung wann ein DCIS invasiv wird… 

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Es ist Krebs, es ist kein Krebs, es ist… – Ab wann ist es Brustkrebs?

Zuerst einmal: Gutartige Geschwüre, Zysten oder Abszesse sind kein Brustkrebs.

Wenn ihr wissen wollt, wie Krebszellen genau entstehen, ist hier eine gute Erklärung dazu.

DCIS = Ductal carcinoma in situ (duktales Karzinom an Ort und Stelle) oder auch duktales Mammakarzinom nicht invasiv (nicht streuend). Duktal bedeutet lediglich, dass der Krebs von den Milchgängen ausgeht. Wir haben es hier mit abnormalen Zellen innerhalb der Milchgänge zu tun haben. Es ist die früheste entdeckbare Form von Brustkrebs – bösartige Tumore. Sie ist auf die Milchgänge beschränkt und (noch) nicht streuend. Gehen die veränderten Zellen von den Drüsenläppchen aus, wird es lobuläres Karzinom (LC bzw. LCIS) genannt.

Ob und wie schnell ein DCIS invasiv wird und streut ist nicht zu sagen. Eine Einteilung, die der Pathologe bei der Stanz- oder Vakuumsaugbiopsie vornimmt, wird zwischen G1, G2 und G3 gemacht. G1 und G2 wächst langsamer als G3. Je höher der Grad, desto weniger ähneln die veränderten Zellen gesunden Zellen. Bei Grad 1 und 2 wird davon ausgegangen, dass ein erneutes Auftreten nach Entfernung eines DCIS frühestens nach 5 Jahren erfolgt. Bei Grad 3 innerhalb von 5 Jahren. Kann, muss aber nicht. Je höher das Grading und die Fläche desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs schon an einer oder einigen Stellen des Milchgangs invasiv/ausgetreten/streuend ist (kann erst der histologische Befund nach einer Biopsie bzw. OP zeigen!). Je höher das Grading, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs bei Wiederauftreten invasiv ist.

Wenn DCIS streut, also invasiv ist, spricht man nicht mehr von DCIS, sondern IDC.

IDC = Invasive ductal carcinoma (invasives duktales Karzinom) oder auch Mammakarzinom invasiv (streuend). Das bedeutet, dass wir es hier mit abnormalen Zellen nicht mehr nur innerhalb der Milchgänge zu tun haben. Die bösartigen Zellen sind also schon in das umliegende Gewebe gebrochen. Das lässt sich nicht immer durch eine Biopsie feststellen, sondern oft erst nach der OP durch eine aufwendige histologische Untersuchung des entnommenen Gewebes.

Brustkrebs = medizinisch: Mammakarzinom und umfasst DCIS und IDC. An Brustkrebs sterben mehr Frauen als an irgendeiner anderen Krebserkrankung. Als Brustkrebs werden dann auch Metastasen bezeichnet, die in Leber, Lunge, Gehirn und Knochen gefunden werden.


Gut zu wissen, gut darüber nachzudenken:

  • In den meisten Fällen entwickelt sich Brustkrebs (Mammakarzinom, DCIS, IDC), also bösartige Tumore aus den Zellen der Milchgänge. Selten aus den Zellen der Drüsenläppchen. Dann wird er LCIS genannt. Auch seltenere Mischformen sind möglich.
  • DCIS (Ductal carcinoma in situ) ist Krebs, auch wenn die Fachleute lieber offiziell von einer Vorstufe sprechen, weil es ja noch nicht gestreut hat. Das ist vor allem so, da seit der Einführung der Mammographie extrem viele Mikrokalk/DCIS entdeckt werden – ca. 25 %. Es ist also die Art der Mediziner keine Panik zu machen, statt ordentlich aufzuklären. Dazu kommt leider, dass es nach der Biopsie oder/und der OP auch zur Diagnose „invasive Stellen“ kommen kann und die Diagnose von DCIS in IDC gewandelt wird.  Allein, dass in Brustzentren nicht mehr von DCIS sondern nur noch von Mammakarzinom/Tumor die Rede ist, sollte als Beweis ausreichen.
  • Aber ganz sicher könnt ihr sein, wenn euch der nummerierte Nachsorgekalender in die Hand gedrückt wird. Und das passiert immer – egal ob invasiv oder nicht. Und es ist ja auch logisch. Eine Schwangere erhält ja auch den Mutterpass obwohl sie genau genommen noch keine Mutter ist – weil da nämlich schon „was“ ist. Eben wie beim Krebs, nur das es da nicht um eine so schöne Angelegenheit geht – aber hey! Positiv denken!
  • Die Brust wird medizinisch in Quadranten eingeteilt. Ca. 50 % aller Karzinome entstehen im oberen äußeren Quadranten.
  • Ärzte unterscheiden grundsätzlich zwischen einem invasiven und einem nicht invasiven Mammakarzinom. Beim invasiven Mammakarzinom siedeln Krebszellen bereits im umliegenden Gewebe und können über Lymphknoten und Blutbahnen in anderen Körperregionen Metastasen bilden oder schon gebildet haben. Häufig streut Brustkrebs in Knochen, Lunge, Leber und Gehirn. Im Fall einer Metasierung ist eine Heilung ausgeschlossen.
  • Daher ist es eigentlich unverantwortlich bei der Mammographie entdeckten Mikrokalk (DCIS) nur zu beobachten, statt ihn sofort zu entfernen. Patientinnen sollten darauf bestehen! Durch die Mammographie kann nämlich nicht belegt werden, ob und wann ein DCIS invasiv (IDC) ist oder wird. Selbst die Biopsie ist hierbei nur ein Anhaltspunkt.  
  • Zu bedenken gilt auch der Nutzen bzw. Schaden (evtl. Verteilung von Zellen) einer Stanz- oder Vakuumsaugbiopsie.
  • Vergleichsweise seltener ist die Brustkrebserkrankung in Afrika und Asien zu finden. Ich werde mich für euch da mal umschauen…
  • In den westlichen Ländern sinkt die Sterberate. Ob das wirklich so ist, oder mit der 5-Jahres-Überlebensrate – also Stastistiken und den besser abgestimmten Lebenserhaltenen Giften wie bei der Chemo zusammenhängt, müsste man ergründen/recherchieren und vielleicht mache ich das mal für euch. Allerdings steigt die Brustkrebsrate derzeit bei jungen Frauen in den USA ohne dass es dafür eine Erklärung gäbe – also keine offizielle.
  • Diskutierte, auslösende Faktoren für Brustkrebs wie Linkshändigkeit, scheinen nicht zielführend und helfen den erkrankten Frauen nicht. Forschungen dazu verschlingen Unsummen, die woanders besser eingesetzt werden könnten.
  • Es gibt keinen schweren und leichten Krebs! Es gibt Krebs im Anfangsstadium und im fortgeschrittenen Stadium. Zu behaupten, dass Krebs geheilt werden kann, halte ich für gewagt. Die Frage ist hierbei, ob es einen Arzt gibt, der das Garantieren würde und auch garantieren würde, dass keine weiteren abnormalen Zellen im Körper vorhanden sind? Ich schätze mal zu 99,9% dass hier ein „Nein“ käme…
  • Es gibt erbliche Veranlagungen, die jedoch prozentual selten sind (5 – 10 %).
  • Das medizinische Vorgehen basiert meist aus Erfahrungen aus Studien. Es folgt der weltweit akzeptierten S3-Leitlinie, die von verschiedenen Gruppen im Konsens beschlossen wird.
  • Das Ziel die Sterblichkeit (Mortalität) zu senken, bedeutet in der Medizin für den Brustkrebs immer noch die 5 Jahres Rate. Aber bei Brustkrebs gibt es gar keine 5 Jahres Rate. Der Krebs kann immer wieder kommen. (Breast Cancer Action vom Aug. 2013 im Journal of the National Cancer Institute).
  • Dafür werden folgende Behandlungen gemacht: Operationen, Strahlen- oder/und Hormontherapien, Chemotherapien.
  • Daher sollten Patienten sich eindringlich mit den Langzeitfolgen der empfohlenen Therapien auseinandersetzen (z.B. Herzkrankheiten, Zweittumor und strahlenbedingte Knochenbrüche, Demenz, Schädigung des Rückenmarks, Schmerzen durch Lymphödeme und psychische Langzeitfolgen) und mit Alternativen, die nicht von der Schulmedizin empfohlen bzw. angewendet werden. Aber Achtung vor Scharlatanen.
  • Die Brustdichte wird bei der Mammographie in vier Stufen gemessen. Stufe 1 und 2 bedeutet, dass das Brustgewebe nicht sehr fest ist. 3 und 4 bedeutet festes Gewebe und bedeutet auch, dass Tumore bei einer Mammographie weniger gut entdeckt werden können. Hier hilft das MRT, aber da dies teuer ist, wird es selten bei Kassenpatienten gemacht. Dadurch werden aber viele Veränderungen zu spät entdeckt und ziehen teure, aufwendige und belastende Behandlungen nach sich, die nicht mehr lebensrettend sind.
  • Immer öfter hört man von Übertherapie wegen der Frühentdeckung bei Mammographien, da auch Frauen mit harmlosen Veränderungen in „Angst und Schrecken“ versetzt werden. Ach gottele! Wie schlimm! Fragen wir mal die, die eine Krebsdiagnose erhalten haben und heilfroh sind, dass sie (erstmal) nur mit wenigen Maßnahmen davonkamen.